Peter Traberts Roman Allzeithoch entführt uns mitten hinein in die turbulente Zeit des Neuen Marktes um das Jahr 2000 – eine Ära, die von grenzenlosem Optimismus, waghalsigen Investitionen und dem Traum vom schnellen Reichtum geprägt war. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch Trabert die Atmosphäre dieser Epoche einfängt.
Als junger Bank-Azubi und später Bankkaufmann im Großraum Frankfurt durfte ich selbst Teil und Zeuge dieser aufregenden Börsenphase sein. Fast täglich gab es Neuemissionen, und selbst in der abgelegensten Filiale standen die Kunden Schlange, um alles zu zeichnen, was gerade auf den Markt kam. Entscheidend war oft nur, ob ein Firmenname ein „@“ oder „.com“ enthielt – Bewertung oder Geschäftsmodell spielten kaum eine Rolle. Hauptsache, man war dabei, insbesondere wenn es um Internet- oder Biotech-Firmen ging. Eine verrückte und zugleich unglaublich spannende Zeit!
Genau dieses Gefühl vermittelt Allzeithoch mit seinen lebendigen Charakteren. Ob Kai, der um das Überleben seines Unternehmens kämpft, der Analyst „der Prophet“ oder der Kleinanleger Ralf mit seiner schwindelerregenden Rendite – alle spiegeln die Hoffnungen, Risiken und Verlockungen dieser Ära wider.
Mit präzisem Schreibstil und einem feinen Gespür für Details bringt Trabert die damalige Hochstimmung auf den Punkt. Für alle, die diese Zeit miterlebt haben oder mehr darüber erfahren möchten, ist Allzeithoch eine absolute Leseempfehlung.